White Spots unter der Apparatur: Sie entstehen in Wochen und bleiben für immer

Weiße Läsionen rund um Brackets sind die häufigste Komplikation der festsitzenden Kieferorthopädie und die sichtbarste. Der Patient beendet die Behandlung mit geraden und fleckigen Zähnen — und erinnert sich an die Flecken.

Die Geschwindigkeit des Auftretens überrascht: Erste Läsionen können sich binnen weniger Wochen nach dem Kleben bilden, weit schneller, als Karies unter normalen Bedingungen entstünde.

Der Grund ist, dass das Bracket eine Plaquenische schafft, die die Zahnbürste nicht erreicht, und dass die vestibuläre Schmelzfläche nicht von der reinigenden Wirkung von Zunge oder Wange geschützt wird.

Die Zonen mit dem höchsten Risiko sind der Gingivalrand des Brackets an den oberen seitlichen Schneidezähnen und Eckzähnen, wo Plaque stagniert und die Reinigung am schwierigsten ist.

Die wirksamste Vorbeugung bleibt Fluorid, und die Konzentration zählt. Eine hochfluoridierte Zahnpasta, für die Dauer der Behandlung verordnet, ist besser belegt als eine Spüllösung, die oft unregelmäßig verwendet wird.

Der Vorteil der Zahnpasta liegt darin, dass sie sich in eine bestehende Gewohnheit einfügt, während die Spüllösung einen zusätzlichen Schritt verlangt, den jugendliche Patienten vergessen.

Produkte auf Basis von Casein-Phosphopeptiden und amorphem Calciumphosphat ergänzen einen anderen Wirkweg: Sie liefern bioverfügbares Calcium und Phosphat, also die Mineralien, die die Schmelzreparatur braucht.

Sie sind als Ergänzung zum Fluorid bei Hochrisikopatienten angezeigt, nicht als Ersatz. Ihr Nutzen ist bei beginnenden Läsionen größer als in der reinen Vorbeugung.

Versiegelungen der Vestibulärflächen rund um die Brackets sind eine wirksame, aber wenig genutzte Maßnahme. Eine beim Kleben aufgetragene Schicht Infiltrationskunststoff schützt den Risikobereich über Monate.

Die Grenze ist, dass sie sich abnutzt und erneuert werden muss, was einen Kontrolltermin voraussetzt, der selten eigens geplant wird.

Die mechanische Reinigung ist konkret zu vermitteln und zu überprüfen. Die Interdentalbürste unter dem Bogen und die Einbüschelbürste am Gingivalrand des Brackets sind die Hilfsmittel, die den Unterschied machen, und sie müssen dem Patienten gezeigt werden.

Liegt die Läsion bereits vor, richtet sich das Vorgehen nach dem Stadium. Ein opaker Fleck ohne Kavitation kann sich in den Monaten nach dem Entbändern teilweise remineralisieren und sollte zunächst Zeit bekommen.

Infiltrationstechniken mit niedrigviskosem Kunststoff bringen bei stabilisierten Läsionen eine sofortige ästhetische Verbesserung und sind weniger invasiv als Bleichen oder Füllung.

Zusammengefasst: Die Läsionen entstehen in Wochen und sind bleibend, hochfluoridierte Zahnpasta hat die beste Anwendungstreue, vestibuläre Versiegelungen sind wirksam und unterausgenutzt, und bestehende Läsionen sollten vor einer Behandlung remineralisieren dürfen.