Serviettenklammern: das am meisten unterschätzte Objekt in der Kette der Kreuzkontamination

Warum eine wiederverwendbare Klammer, die von Patient zu Patient wandert, ein dokumentierter Überträger ist, welches Aufbereitungsprotokoll sie tatsächlich verlangt und wann der Wechsel zum Einwegprodukt sinnvoll ist.

Die Serviettenklammer gehört zu jener Kategorie von Gegenständen, die den Protokollen gerade deshalb entgehen, weil sie nebensächlich wirken: Sie kommt nicht in den Mund, berührt keine Wunden, gehört nicht zum chirurgischen Set. Dennoch bleibt sie die gesamte Sitzung über in Kontakt mit dem Hals des Patienten, empfängt das von Turbine und Scaler erzeugte Aerosol — also die Suspension aus Speichel, Blut und Wasser, die sich auf jeder Fläche im Umkreis von einigen Dezimetern niederschlägt — und wird vom Behandler mit bereits benutzten Handschuhen angefasst. Umgebungsuntersuchungen in zahnärztlichen Praxen haben wiederholt mikrobielle Restkontamination an Ketten und Klammern zwischen zwei Patienten nachgewiesen, und es ist eine der Flächen, an denen die Desinfektion am häufigsten übersprungen wird, schlicht weil sie niemand zum Aufbereitungszyklus zählt.

Die Schwierigkeit ist konstruktiv: Kugelketten und Federklemmen haben Spalten, Gewinde und Gelenkbereiche, die das Reinigungsmittel nicht erreicht und in denen organische Rückstände antrocknen. Ein Wischen mit einem Desinfektionstuch über die Außenfläche erreicht diese Zonen nicht, und Flächendesinfektion ist einem Sterilisationszyklus nicht gleichwertig. Damit eine wiederverwendbare Klammer tatsächlich handhabbar ist, muss sie autoklavierbar sein — diese Angabe gehört in die technische Dokumentation und darf nicht vorausgesetzt werden — und sie ist wie ein Instrument zu behandeln: Reinigung mit enzymatischem Reiniger oder Ultraschall zur Entfernung organischer Rückstände, Spülen, Trocknen, Verpacken und Zyklus. Ist dieser Weg in der Praxisorganisation nicht umsetzbar, wird die wiederverwendbare Klammer zur Schwachstelle des Protokolls und nicht zur Ersparnis.

Daraus ergibt sich der Sinn der Wahl zwischen wiederverwendbar und Einweg, die organisatorisch und nicht ideologisch ist. Einweg beseitigt das Problem an der Wurzel und ist in Praxen mit hohem Patientenaufkommen sinnvoll, wo die Aufbereitungszeit die knappe Ressource ist. Wiederverwendbare Klammern aus Silikon oder Stahl haben geringere Kosten je Sitzung und eine kleinere Umweltbilanz, aber nur, wenn der Aufbereitungszyklus tatsächlich jedes Mal durchlaufen wird. Die falsche Wahl ist weder das eine noch das andere: Sie besteht darin, wiederverwendbare Klammern ohne das Protokoll vorzuhalten, das sie sicher macht.

Ein Detail, das das Risiko unabhängig von der Wahl kostenlos senkt: Die Klammer wird abgenommen und abgelegt, bevor die Handschuhe ausgezogen werden, nicht danach. Sie am Sitzungsende mit bloßen Händen abzunehmen ist der Handgriff, mit dem die Kontamination von der Klammer auf den Schubladengriff übergeht.

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