Reinigung herausnehmbarer Prothesen: Gewöhnliche Zahnpasta zerkratzt den Kunststoff
Viele Patienten reinigen ihre Prothese mit derselben Zahnpasta, die sie für die Zähne verwenden, und diese scheinbar harmlose Wahl verkürzt die Lebensdauer des Werkstücks.
Acrylat ist weit weicher als Schmelz. Eine Zahnpasta mit einer für natürliche Zähne passenden Abrasivität erzeugt auf Kunststoff Mikrokratzer, die sich über die Zeit summieren.
Diese Kratzer sind kein ästhetisches Problem: Sie schaffen eine unregelmäßige Oberfläche, die Plaque und Farbstoffe weit stärker festhält als polierter Kunststoff, und setzen eine fortschreitende Verschlechterung in Gang.
Die korrekte mechanische Reinigung erfolgt mit einer Prothesenbürste mit steiferen Borsten und geformtem Kopf sowie mit neutraler Seife oder einem eigenen Reiniger statt Zahnpasta.
Gebürstet wird über einem mit Wasser gefüllten Waschbecken oder über einem Tuch. Eine auf harten Untergrund gefallene Prothese bricht, und das ist die häufigste Ursache für Notreparaturen.
Reinigungstabletten wirken chemisch auf Verfärbungen und Biofilm und sind eine nützliche Ergänzung. Ihre Grenze: Sie entfernen keine haftenden Beläge — der mechanische Teil bleibt nötig.
Die angegebene Einlegezeit ist in beide Richtungen einzuhalten. Zu kurzes Einlegen wirkt nicht; ein nächtliches Einlegen kann bei manchen Produkten die weichbleibenden Materialien von Unterfütterungen verändern.
Bei Prothesen mit Metallteilen sind eigens ausgewiesene Produkte zu verwenden, weil manche Rezepturen Stoffe enthalten, die Legierungen angreifen und Klammern mattieren.
Prothesenzahnstein bildet sich genau wie an natürlichen Zähnen, und einmal verkalkt lässt er sich mit Bürste und Tabletten nicht entfernen. Er wird in der Praxis abgenommen, nicht mit Handinstrumenten, die den Kunststoff zerkratzen würden.
Die nächtliche Herausnahme hat zwei Gründe. Sie gönnt der Schleimhaut eine Pause von der Belastung und senkt belegt das Risiko einer Prothesenstomatitis.
Die Prothese wird in Wasser oder einer geeigneten Lösung aufbewahrt, niemals trocken: Ausgetrockneter Kunststoff verzieht sich leicht, und die morgens eingesetzte Prothese passt nicht mehr gleich.
Die Prothesenstomatitis ist häufig und unterdiagnostiziert, weil sie oft symptomlos verläuft. Eine Rötung der Schleimhaut, die das Prothesenlager nachzeichnet, gehört bei der Kontrolle aktiv gesucht.
Zusammengefasst: niemals gewöhnliche Zahnpasta auf Kunststoff, eigene Bürste und spezieller Reiniger, Tabletten als Ergänzung und nicht als Ersatz, nächtliche Aufbewahrung in Wasser, und aktive Suche nach der Stomatitis bei der Kontrolle.