Prävention der Parodontalerkrankung: Leitfaden für Fachleute
Die Klassifikation 2017 von Stadien und Graden der Parodontitis, die veränderbaren und nicht veränderbaren Risikofaktoren, und warum Prävention immer weniger kostet als die Behandlung im fortgeschrittenen Stadium.
2017 veröffentlichten die American Academy of Periodontology und die European Federation of Periodontology eine neue Klassifikation der Parodontalerkrankungen, die das vorherige System von 1999 ersetzte. Die Parodontitis wird heute anhand zweier unabhängiger Achsen beschrieben: dem Stadium (I-IV), das Schweregrad und Komplexität des Falls widerspiegelt, hauptsächlich basierend auf dem klinischen Attachmentverlust und dem radiographischen Knochenniveau, und dem Grad (A-C), der die Progressionsgeschwindigkeit der Erkrankung und das zukünftige Risiko schätzt, unter Berücksichtigung von Faktoren wie Rauchen und unkontrolliertem Diabetes.
Diese Klassifikation hat einen unmittelbaren praktischen Wert: Zwei Patienten mit demselben Krankheitsstadium können sehr unterschiedliche Risikograde haben, und dies verändert erheblich die Intensität der Nachsorge und der zu ergreifenden Präventionsmaßnahmen. Ein Patient mit Grad C benötigt beispielsweise eine viel engmaschigere Überwachung als einer mit Grad A, selbst bei gleichem bereits bestehendem parodontalem Schaden.
Die Risikofaktoren der Parodontitis gliedern sich in veränderbare und nicht veränderbare. Zu den nicht veränderbaren gehören genetische Prädisposition und Alter; unter den veränderbaren, auf die die Prävention tatsächlich Einfluss nehmen kann, sind die relevantesten das Rauchen — das neben der Begünstigung des Krankheitsausbruchs auch die Behandlungsreaktion erheblich verschlechtert —, unkontrollierter Diabetes mellitus, der eine gut dokumentierte bidirektionale Beziehung zur Parodontitis hat, und natürlich die tägliche Plaquekontrolle durch den Patienten.
Die Primärprävention spielt sich hauptsächlich auf der Patientenaufklärung und der regelmäßigen professionellen Kontrolle ab, die in der Lage ist, Gingivitis zu erkennen, bevor sie sich zu einem irreversiblen Attachmentverlust entwickelt. Eine frühe Diagnose, unterstützt durch eine vollständige und regelmäßige parodontale Sondierung, ermöglicht ein Eingreifen, wenn der Schaden noch reversibel ist — ein Prinzip, das für jeden Fachmann gilt, unabhängig vom Karrierestadium.
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