OP-Hauben: Haare sind ein Überträger in zwei Richtungen, nicht in einer

Warum die Haube das Operationsfeld vor dem Behandler und den Behandler vor dem Aerosol schützt, welche Zonen die meisten Modelle unbedeckt lassen und wie eine wiederverwendbare Haube zu handhaben ist.

Die Haube wird als Einwegvorrichtung im Sinne einer Richtung wahrgenommen: Sie schütze den Patienten vor herabfallenden Haaren und Schuppen im Operationsfeld. Diese Funktion besteht und ist in der oralen und implantologischen Chirurgie bedeutsam, doch sie ist nur die halbe Sache. Die andere Hälfte betrifft den Behandler: Bei jeder aerosolerzeugenden Maßnahme legt sich die von Turbine und Scaler erzeugte Suspension aus Speichel, Blut und Wasser auf allen Flächen im Umkreis mehrerer Dezimeter ab, und Haare sind eine dieser Flächen — erschwerend porös, schwer zu dekontaminieren und über dem Gesicht gelegen. Wer ohne Haube arbeitet, verlässt den Behandlungsraum mit kontaminiertem Material im Haar und trägt es in den Verwaltungsbereich, ins Wartezimmer und nach Hause. Das ist der am wenigsten diskutierte und zugleich dauerhafteste Aspekt.

Daraus folgt das Kriterium der Abdeckung, an dem die meisten günstigen Modelle scheitern. Eine Haube muss alle Haare fassen, auch im Nacken und an den Koteletten — genau die Zonen, die einer zu kleinen Haube oder einem ausgeleierten Gummizug entgehen. Bei langem Haar ist das Problem greifbarer: schlecht zusammengefasst, tritt es am hinteren Rand hervor, sobald sich der Behandler über den Patienten beugt, also genau in der Position, in der das Feld darunter liegt. Bei chirurgischen Eingriffen sind Modelle mit Nackenabdeckung einfachen Kappen vorzuziehen, und die Einheitsgröße gehört am realen Team überprüft, bevor ein Vorrat bestellt wird: Eine Haube, die nicht hält, wird abgenommen.

Bei der Wahl zwischen Einweg und Mehrweg gilt dieselbe Überlegung wie bei den Serviettenklammern: nicht ideologisch, sondern organisatorisch. Eine waschbare Stoffhaube — Mischungen aus Polyester und Elasthan sind am verbreitetsten — hat geringere Kosten je Einsatz und übersteht viele Zyklen, taugt aber nur, wenn sie nach jedem Arbeitstag tatsächlich gewaschen wird, getrennt von privater Kleidung und bei der vom Hersteller angegebenen Temperatur. Eine über mehrere Tage getragene Mehrweghaube ist keine Ersparnis, sondern eine Anhäufung. Einweg beseitigt die Variable und ist in der Chirurgie und in Praxen mit hohem Aufkommen sinnvoll, wo die Zeit für die Wäschelogistik die knappe Ressource ist.

Eine letzte Anmerkung zur An- und Ablegereihenfolge, die für alle Schutzausrüstung gilt, bei der Haube aber am häufigsten übergangen wird. Die Haube wird zuerst aufgesetzt, vor Maske und Handschuhen, denn sie hinterher zu richten heißt, sich mit bereits vorbereiteten Händen ins Haar zu fassen. Und sie wird zuletzt abgenommen, jedenfalls nach den Handschuhen, indem man sie von innen fasst und nicht am kontaminierten Außenrand. Zwei Handgriffe von je einer Sekunde entscheiden darüber, ob das Produkt geschützt oder nur mitgemacht hat.

Auf Oralzon finden Sie die auf dem Marktplatz verfügbaren OP-Hauben sowie, zur Vervollständigung der Schutzausrüstung des Behandlers, auch Einwegmasken und Nitrilhandschuhe.