Matrizen: warum der Kontaktpunkt der schwierigste Teil einer Klasse II ist

Was einen korrekten Approximalkontakt ausmacht, warum die Matrize allein nicht genügt und ein Keil nötig ist, und wie sich ein offener Kontakt erkennen lässt, bevor der Patient ihn meldet.

Die Versorgung einer Klasse-II-Kavität gehört zu den am häufigsten durchgeführten Maßnahmen der restaurativen Zahnheilkunde und weist zugleich die höchste Erneuerungsrate auf — aus einem präzisen Grund: dem Kontaktpunkt. Ein offener oder zu schwacher Kontakt ist kein ästhetischer, sondern ein funktioneller Mangel: Er erlaubt Speiseimpaktion zwischen den Zähnen, was Papillenentzündung, Blutung, Druckschmerz beim Essen und mit der Zeit Attachmentverlust verursacht. Der Patient meldet es Wochen später mit einem immer gleichen Satz, dass sich nämlich Essen einklemmt: Dann muss die Restauration erneuert werden, so gut die Füllung im Übrigen auch sein mag.

Die Matrize ersetzt die fehlende Wand, stellt aber den Kontakt nicht allein her. Es braucht drei zusammenwirkende Elemente. Die Matrize gibt die Form der Wand vor, und ihre Morphologie zählt: Ein flaches Band erzeugt eine flache Wand, die den Nachbarzahn höher und breiter berührt, als sie sollte; eine konturierte Matrize bildet die natürliche Wölbung der Approximalfläche nach. Der Keil leistet zweierlei und ist deshalb unverzichtbar: Er dichtet die Matrize gegen den zervikalen Rand ab und verhindert Kompositüberschuss, und er separiert die Zähne leicht, indem er die Elastizität des Parodontalligaments nutzt. Diese Separation ist es, die beim Entfernen der Matrize jenen Spalt hinterlässt, den der Zahn beim Zurückfedern auf die Restauration schließt. Wo mehr Separation nötig ist, liefert der Teilmatrizenring die Kraft, die der Keil allein nicht erzeugt.

Der häufigste Fehler ist, mit einer zervikal nicht dichtenden Matrize weiterzuarbeiten und es erst bei der Ausarbeitung zu bemerken, wenn das Komposit bereits ausgehärtet ist und der Überschuss mit Bohrern in einer schwer zugänglichen Zone entfernt werden muss. Die Dichtigkeit vor dem Schichten zu prüfen kostet Sekunden: Man kontrolliert, ob der Keil das Band tatsächlich an den Zahn drückt und ob zwischen Matrize und Rand kein Licht durchfällt. Eine zweite nützliche Kontrolle betrifft die Matrizenhöhe im Verhältnis zur Randleiste des Nachbarzahns: Ein zu hohes Band führt zu einer überkonturierten Randleiste, die okklusal zum Frühkontakt wird.

Die abschließende Kontaktprüfung erfolgt mit Zahnseide, nicht mit dem Auge: Sie muss mit deutlichem, aber überwindbarem Widerstand passieren. Gleitet sie widerstandslos hindurch, ist der Kontakt offen und sofort zu korrigieren, solange der Patient noch im Stuhl sitzt und der Eingriff begrenzt bleibt. Passt sie gar nicht, ist der Kontakt zu eng und der Patient wird diese Stelle nicht reinigen können — die andere Art, ein parodontales Problem zu schaffen.

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