Management der Dentinüberempfindlichkeit in der Praxis

Die hydrodynamische Theorie von Brännström, die erklärt, warum freiliegendes Dentin Schmerzen verursacht, wie man die Überempfindlichkeit von anderen Zahnschmerzursachen unterscheidet, und welche professionellen und häuslichen desensibilisierenden Mittel heute existieren.

Die Dentinüberempfindlichkeit wird klinisch als ein akuter, kurzzeitiger Schmerz beschrieben, der durch nicht schädliche Reize — thermisch, taktil, evaporativ, chemisch oder osmotisch — ausgelöst wird und sich nach Beendigung des Reizes selbst schnell zurückbildet, ohne einer spezifischen zahnärztlichen Pathologie oder einem Defekt zugeschrieben werden zu können. Der heute am meisten akzeptierte pathophysiologische Mechanismus ist die hydrodynamische Theorie, 1972 von Brännström vorgeschlagen: Wenn das Dentin freiliegt und die Dentintubuli durchlässig sind, verursachen äußere Reize eine Bewegung der in den Tubuli enthaltenen Flüssigkeit, die mechanisch die Nervenenden der Pulpa aktiviert und das Schmerzempfinden erzeugt.

Damit sich die Überempfindlichkeit manifestiert, sind zwei gleichzeitige Bedingungen erforderlich: der Verlust des schützenden Zahnschmelzes oder die Freilegung der Wurzeloberfläche (typischerweise durch Zahnfleischrückgang) sowie die Durchlässigkeit der Dentintubuli, das heißt, dass sie nicht bereits durch den Schmierschicht oder durch natürliche mineralische Ablagerungen verschlossen sind. Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören eine zu aggressive Putztechnik oder die Verwendung von Zahnbürsten mit harten Borsten, die Exposition gegenüber säurehaltigen Getränken und Lebensmitteln, gastroösophagealer Reflux oder wiederkehrendes Erbrechen sowie parodontale Behandlungen selbst, die zuvor durch Zahnfleischgewebe bedeckte Wurzeloberflächen freilegen können.

Das klinische Management der Überempfindlichkeit gliedert sich in zwei Ebenen. Die häusliche Behandlung basiert auf desensibilisierenden Zahnpasten, Mundspülungen und Gelen für den täglichen Gebrauch, mit Wirkstoffen wie Kaliumnitrat — das die Erregbarkeit der für die Schmerzübertragung verantwortlichen Nervenfasern reduziert — oder physikalischen Verschlussverbindungen der Tubuli wie Zinnfluorid, Calcium- und Strontiumsalze, Arginin oder biomimetisches Nano-Hydroxylapatit, letzteres in der Lage, sich an das Dentin-Apatit und die Kollagenfibrillen zu binden und die Tubuli dauerhaft zu verschließen. Dem Patienten sollte stets vermittelt werden, dass diese Produkte eine konstante Anwendung von mindestens 2-4 Wochen erfordern, bevor ein spürbarer Nutzen eintritt: Die Erwartung sofortiger Linderung führt oft zum vorzeitigen Behandlungsabbruch.

Die professionelle Behandlung in der Praxis umfasst Lacke, Gele und Versiegler höherer Konzentration, die direkt auf die empfindlichen Bereiche aufgetragen werden, oft mit spezifischen Schienen für eine kontrollierte Exposition über die Zeit, sowie spezifischere Behandlungen wie die Iontophorese (die einen elektrischen Stromfluss nutzt, um die Diffusion von Fluoridionen in das Gewebe zu erleichtern, mit sofortigem, aber im Allgemeinen nicht über sechs Monate hinausgehendem Nutzen) oder den Einsatz von Laser in den hartnäckigsten Fällen, die auf die konventionelle topische Behandlung nicht ansprechen. In jedem Fall ist vor Beginn einer desensibilisierenden Behandlung stets eine präzise Differentialdiagnose erforderlich, da andere Erkrankungen — beginnende Karies, infiltrierte Restaurationen, Schmelzfrakturen — eine klinisch überlappende Symptomatik aufweisen können.

Bei Oralzon finden Sie desensibilisierende Zahnpasten, Gele und Lacke für den häuslichen und professionellen Gebrauch, mit den verschiedenen Formulierungen auf Basis von Kaliumnitrat, Zinnfluorid und Nano-Hydroxylapatit.