Kronenentferner in Kreuzform: wie sich eine Krone lösen lässt, ohne den Stumpf darunter zu zerstören
Warum das Entfernen einer zementierten Krone ein kalkuliertes Risiko ist, welchen Unterschied der Ansatzpunkt des Hebels macht und wann es besser ist, das Trennen zu akzeptieren, statt weiterzumachen.
Das Entfernen einer Krone ist fast immer ein Kompromiss zwischen zwei gegenläufigen Zielen: den prothetischen Zahnersatz zu erhalten, sofern er noch Wert besitzt, und den darunterliegenden Stumpf zu erhalten, der stets Wert besitzt. In den meisten Fällen überwiegt das zweite Ziel, denn eine Krone lässt sich neu anfertigen, während ein frakturierter Stumpf oder ein dezementierter Zahn mit Wurzelfraktur den Behandlungsplan verändert. Der Kronenentferner arbeitet, indem eine dünne Branche unter den Kronenrand geführt und der Handdruck in eine Lösekraft entlang der Einschubrichtung umgesetzt wird — und genau diese Achse entscheidet über das Ergebnis, denn schräg aufgebrachte Kraft belastet den Stumpf statt den Zement.
Die Kreuzkonfiguration mit mehreren strahlenförmig angeordneten Armen existiert aus einem praktischen Grund: Sie erlaubt es, den Angriffswinkel ohne Instrumentenwechsel zu wählen und auch dort einen brauchbaren Ansatz zu finden, wo der Platz knapp ist — typischerweise im Seitenzahnbereich bei hohen Antagonisten oder wenig nachgiebigen Wangen. Gegenüber einem einbranchigen Hebel verringert sie die Zahl der Situationen, in denen man aus einem unbequemen Winkel arbeiten muss, und aus einem unbequemen Winkel zu arbeiten ist der direkteste Weg, Kraft in die falsche Richtung aufzubringen.
In der Anwendung machen drei Punkte den Unterschied. Der Ansatzpunkt muss am Kronenrand liegen, nicht an der Gingiva und nicht am Nachbarzahn: Am Nachbarn Halt zu suchen überträgt auf einen gesunden Zahn eine Kraft, die einem anderen zugedacht war. Die Bewegung soll ein Zug entlang der Achse sein, in fortschreitenden Schritten wiederholt, und kein ruckartiger Schlag: Zement gibt durch Ermüdung nach, nicht durch Stoß, und der Stoß ist es, der bereits durch eine Wurzelkanalbehandlung geschwächte Wurzeln frakturiert. Und vor Beginn lohnt die Beurteilung des Pfeilerzahns, denn eine Krone auf dünner Wurzel mit langem Metallstift ist die Kombination mit dem höchsten Wurzelfrakturrisiko — in diesen Fällen ist das Trennen der Krone die umsichtige Wahl, auch wenn man den Zahnersatz aufgibt.
Ein letzter Punkt vor dem Ansetzen des Hebels: Gehört die Krone zu einer Brücke, verteilt sich die Kraft unvorhersehbar auf mehrere Pfeiler, und der schwächste gibt zuerst nach. Bei einer ausgedehnten Brücke ist das Trennen dem Versuch der vollständigen Ablösung fast immer vorzuziehen.
Auf Oralzon finden Sie die auf dem Marktplatz verfügbaren Kronenentferner sowie, für die Phasen vor und nach der Entfernung, auch Extraktionszangen und Okklusionsfolie zur Kontrolle des Provisoriums.