Knirscherschiene: Sie schützt die Zähne, beendet das Knirschen aber nicht
Die Aufbissschiene ist das am häufigsten verordnete Hilfsmittel beim Bruxismus, und ihr Zweck wird Patienten oft so vermittelt, dass falsche Erwartungen entstehen.
Die Schiene beseitigt den Bruxismus nicht. Sie ist ein Schutzmittel: Sie schiebt eine Opferfläche zwischen die Kiefer, sodass der Abrieb auf ihr statt auf dem Schmelz landet.
Das ausdrücklich zu sagen verhindert, dass der Patient sie als Heilmittel liest und sich nach Monaten wundert, weiterhin zu pressen.
Die Unterscheidung zwischen harter und weicher Schiene wiegt für das Ergebnis am schwersten, und die Wahl fällt anders aus, als viele Patienten erwarten.
Die weiche Schiene wirkt bequemer, erhöht aber bei einem Teil der Personen die Muskelaktivität, weil die nachgiebige Konsistenz zum Zubeißen einlädt wie auf einen Bissen.
Die harte Schiene aus Acrylat ist besser dokumentiert und erlaubt eine genaue Einstellung der Kontakte, die weiches Material nicht zulässt.
Die Auflagefläche soll flach und glatt sein, mit gleichmäßigen Kontakten auf allen Gegenzähnen. Höckerabdrücke, die nach sorgfältiger Anpassung aussehen, verriegeln den Unterkiefer in einer Lage und verhindern das Gleiten.
Eine auf der Schiene gestaltete Eckzahnführung hebt bei Seitwärtsbewegungen die Seitenzähne außer Kontakt und senkt die Aktivität der Kieferschließer.
Die Dicke bleibt auf dem Minimum, das die Materialfestigkeit verlangt. Eine zu dicke Schiene verändert die Bisshöhe stärker als nötig und wird im Schlaf schlechter vertragen.
Die regelmäßige Kontrolle dient dem Ablesen des Abriebs, und das ist eine wertvolle klinische Information. Schlifffacetten zeigen, wo und wie stark der Patient knirscht, und ihr Fortschreiten sagt, ob die Aktivität zunimmt.
Eine Schiene, die sich rasch nur an einer Stelle abnutzt, weist auf einen zu korrigierenden Vorkontakt hin, nicht zwingend auf stärkeren Bruxismus.
Die Oberkieferschiene ist stabiler und deckt besser; die Unterkieferschiene wird bei ausgeprägtem Würgereiz besser vertragen. Die Wahl ist praktisch und nicht dogmatisch.
Zusammengefasst: Die Schiene schützt und heilt nicht, die harte ist besser belegt als die weiche, die Fläche bleibt flach statt den Höckern nachgeformt, die Dicke bleibt minimal, und der bei der Kontrolle abgelesene Abrieb ist ein diagnostischer Befund.