Generisch oder Markenware: Die richtige Frage ist nicht, ob es dasselbe ist, sondern wo der Unterschied zählt

Jede Praxis hat zu dieser Frage eine Haltung, und meist eine entschiedene in die eine oder andere Richtung. Beide absoluten Haltungen kosten Geld.

Wer nur Markenware kauft, zahlt einen Teil des Preises für Sicherheit, und in manchen Warengruppen ist diese Sicherheit den Preis wert. In anderen zahlt er für einen Namen ohne feststellbaren Unterschied.

Wer nur den niedrigsten Preis kauft, spart überall und zahlt gelegentlich eine wiederholte Behandlung, was die Ersparnis von Monaten auslöscht.

Die nützliche Frage lautet daher nicht, ob das generische Produkt dasselbe ist, sondern wo der Unterschied auf ein klinisches Ergebnis durchschlägt.

Es gibt Warengruppen, in denen der Unterschied sichtbar wird. Füllungsmaterialien, Adhäsive, Abformmaterialien: Das Verhalten hängt von eigenen Rezepturen ab, und die Literatur belegt Unterschiede zwischen Marken.

Hier lohnt Sparen nicht, denn die Kosten einer Neuanfertigung übersteigen den Preisunterschied beim Material bei Weitem.

Es gibt Warengruppen, in denen der Unterschied gering oder gar nicht vorhanden ist. Einwegartikel aus Vliesstoff, Handschuhe, Speichelsauger, Becher, Tücher: Produkte, bei denen die technische Spezifikation den Wert erschöpft.

Hier, wo ein erheblicher Teil der Jahresausgaben einer Praxis liegt, ist die Bindung an eine Marke ein Aufwand ohne Gegenwert.

Dazwischen liegt ein Graubereich, der von Fall zu Fall zu beurteilen ist: rotierende Instrumente, Aufsätze, manche Handinstrumente. Der Unterschied besteht, sein Gewicht hängt vom Einsatz ab.

Unabhängig von der Warengruppe gibt es Punkte, über die nicht verhandelt wird. CE-Kennzeichnung, erkennbarer Hersteller und angegebene Klasse sind Anforderungen, keine Ausstattungsmerkmale.

Ein konformes gleichwertiges Produkt ist eine legitime Alternative. Ein Produkt ohne diese Angaben ist keine günstigere Alternative: Es ist etwas anderes.

Praktisch prüft man, indem man an einer Einheit und in unkritischem Zusammenhang ausprobiert, statt den gesamten Verbrauch einer Gruppe auf ein nie genutztes Produkt umzustellen. Es ist derselbe Grundsatz wie bei der Probebestellung.

Zusammengefasst: Der Unterschied zählt bei Füllungsmaterialien, Adhäsiven und Abformmaterialien, kaum bei den Einwegartikeln, die schwer auf den Ausgaben lasten, der Graubereich wird einzeln beurteilt, die Konformität ist nie verhandelbar, und die Alternative wird im Kleinen erprobt.