Fluoridlack: Er haftet auf feuchtem Schmelz, und das ändert das Vorgehen

Der Fluoridlack ist die Form der professionellen Fluoridierung mit der besten Evidenz und hat Gele und Schäume aus praktischen wie aus Wirksamkeitsgründen zunehmend abgelöst.

Die übliche Konzentration beträgt fünf Prozent Natriumfluorid, entsprechend etwa 22 600 Teilen pro Million. Das ist eine Größenordnung über jedem häuslichen Produkt.

Der entscheidende Vorzug gegenüber dem Gel ist die Haftung. Der Lack bleibt Stunden auf der Oberfläche, während ein Gel binnen Minuten nach Entfernen der Schiene vom Speichel verdünnt wird.

Die lange Kontaktzeit ermöglicht eine weit größere Fluoridabgabe und erklärt, warum der Lack trotz kürzerer Anwendung wirksamer ist.

Wer Gele gewohnt ist, wird überrascht sein: Der Lack haftet auf feuchtem Schmelz besser. Sorgfältiges Trocknen ist nicht nötig, und in manchen Protokollen ist Feuchtigkeit sogar günstig.

Das macht ihn besonders geeignet für kleine Kinder und wenig kooperative Patienten, bei denen ein trockenes Feld schwer zu erreichen und über vier Minuten zu halten unmöglich ist.

Die Anwendung setzt eine vorherige Plaqueentfernung voraus, nicht zwingend eine vollständige Prophylaxesitzung. Putzen oder ein Durchgang mit dem Kelch genügen.

Die Menge ist gering und einzuhalten: wenige zehn Milligramm für einen ganzen Kiefer. Mehr aufzutragen erhöht die Wirksamkeit nicht, wohl aber die verschluckte Menge, was bei kleinen Kindern zählt.

Die Anweisungen nach der Anwendung bestimmen das Ergebnis. Der Patient darf einige Stunden nicht putzen und nichts Hartes essen, typischerweise bis zum Folgetag.

In dieser Zeit gibt der Lack den größten Teil seines Fluorids ab, und am selben Abend zu putzen hebt einen Großteil der Anwendung auf.

Die Häufigkeit richtet sich nach dem Risiko. Zwei Anwendungen jährlich sind der Bezugspunkt bei mäßigem Risiko; vier sind bei hohem Risiko angezeigt, und die Literatur stützt diese Intensivierung.

An Milchzähnen besteht eine weitere Indikation, besonders bei initialen, nicht kavitierten Läsionen, wo der Lack das Fortschreiten aufhalten und einem kleinen Kind eine Füllung ersparen kann.

Zusammengefasst: Er haftet auf feuchtem Schmelz und verlangt kein Trocknen, die Menge ist gering und einzuhalten, die Anweisungen danach bestimmen die Wirksamkeit, und die Häufigkeit folgt dem Risiko mit vier Anwendungen jährlich bei hohem Risiko.