Extraktionszangen: warum die Form der Branchen mehr zählt als die aufgewendete Kraft
Wie man eine Extraktionszange vor dem Einsatz liest, worin sich Oberkiefer-, Unterkiefer- und Universalzangen wirklich unterscheiden und warum die meisten Wurzelfrakturen aus einem falschen Griff entstehen und nicht aus einem schwierigen Zahn.
Eine Extraktionszange ist um ein einfaches Prinzip herum konstruiert: Die Branchen müssen sich der Wurzeloberfläche anpassen, nicht der Krone. Daraus folgt alles Weitere. Liegen die Branchen auf dem koronalen Schmelz auf, konzentriert sich die Kraft auf eine fragile Struktur, und das wahrscheinlichste Ergebnis ist eine Kronenfraktur mit verbliebener Wurzel; führt man sie dagegen unter den Gingivarand und umfasst das Wurzelzement, überträgt sich die Kraft auf den Alveolarknochen, der nachgeben soll. Deshalb ist das erste Manöver nicht das Fassen, sondern das Lösen des Ligaments und das Gleiten der Branchen entlang der Wurzel, bis ein stabiler Sitz gefunden ist. Eine Extraktion gelingt, wenn sich die Alveole erweitert, nicht wenn der Zahn gezogen wird.
Die Unterscheidung der drei Gruppen folgt der Anatomie und dem Arbeitswinkel. Oberkieferzangen haben Griff und Branchen im Wesentlichen auf derselben Achse, weil im Oberkiefer von oben gearbeitet wird und der nutzbare Zug nach unten gerichtet ist. Unterkieferzangen haben Branchen nahezu im rechten Winkel zum Griff, um den Unterkiefer zu erreichen und dabei den Unterarm in natürlicher Stellung zu halten, statt das Handgelenk zu drehen. Universalzangen sind ein Kompromiss mit neutralerer Branchengeometrie: Sie decken ein breites Spektrum ab und sind die vernünftige Wahl für eine Praxis mit gelegentlichen Extraktionen, doch an einem stark zerstörten Molaren gibt eine spezifische Zange einen Halt, den die Universalzange nicht bietet. Das praktische Kriterium ist die Häufigkeit: Wer selten extrahiert, beginnt mit der Universalzange, wer regelmäßig extrahiert, hält getrennte Sätze je Kiefer vor.
Im Gebrauch senken drei Punkte die Komplikationen stärker als jedes Produktmerkmal. Erstens die vorbereitende Syndesmotomie: Das Lösen des Ligaments mit einem Hebel vor dem Ansetzen der Zange macht jede nachfolgende Bewegung wirksamer und verringert den Kraftbedarf. Zweitens die Bewegung selbst, die langsam und abwechselnd nach vestibulär und lingual erfolgen muss, um den Knochen zu dehnen, und nicht rotierend bei mehrwurzeligen Zähnen — Rotation ist nur bei einwurzeligen, konischen Wurzeln sinnvoll. Drittens die Geduld: Schnell aufgebrachte Kraft frakturiert, dieselbe Kraft langsam aufgebracht und gehalten verformt den Knochen und löst den Zahn. Ein Zahn, der sich nach mehreren korrekten Versuchen nicht bewegt, verlangt ein chirurgisches Vorgehen, nicht mehr Kraft.
Bei der Auswahl zählen Stahl und Gelenk wie bei jedem belasteten Instrument: Branchen, die ihre Kante verlieren, rutschen an der Wurzel ab, und ein Gelenk mit Spiel verliert einen Teil der aufgebrachten Kraft, statt sie zu übertragen. Es lohnt sich, die innere Riffelung der Branchen regelmäßig zu prüfen, denn sie verhindert das Abgleiten auf einer feuchten Wurzeloberfläche.
Auf Oralzon können Sie alle auf dem Marktplatz verfügbaren Extraktionszangen vergleichen oder direkt zu den Zangen für den Unterkiefer, zu jenen für den Oberkiefer und zu den Universalzangen gehen. Für die vorbereitende Lösephase finden Sie außerdem Kronenhebel.