Dentale Adhäsivsysteme: Generationen im Vergleich

Der Unterschied zwischen der Etch-and-Rinse- und der Self-Etch-Strategie, warum Schmelz und Dentin unterschiedliche Ansätze erfordern, und was universelle Adhäsivsysteme verändert haben.

Schmelz-Dentin-Adhäsivsysteme gliedern sich in zwei große strategische Familien: Etch-and-Rinse (oder Total-Etch), das die vollständige Ätzung der Hartgewebe mit 35-37% Phosphorsäure vorsieht, gefolgt von gründlichem Abspülen und der Anwendung des eigentlichen Adhäsivs; und Self-Etch, bei dem die Ätzung direkt durch die im Adhäsiv selbst enthaltenen sauren Monomere erfolgt, ohne separate Spülphase. Wie der belgische Forscher Bart Van Meerbeek in einem thematischen Vortrag zusammenfasste, gibt es keine objektiv absolut überlegene Strategie: Die eine ist im Allgemeinen besser für Schmelz geeignet, die andere für Dentin.

Auf dem Zahnschmelz schafft die Ätzung mit Phosphorsäure eine tiefe und gut definierte mechanische Mikroretention, und die Etch-and-Rinse-Strategie bietet laut verschiedenen direkten Vergleichen weiterhin höhere Haftkräfte als die meisten Self-Etch-Systeme, insbesondere die einstufigen. Auf dem Dentin hingegen riskiert die übermäßige, durch Phosphorsäure erzeugte Demineralisierung, die Kollagenfasern so freizulegen, dass, wenn das Dentin vor der Adhäsivanwendung übermäßig getrocknet wird, das Kollagengeflecht kollabiert und eine angemessene Harzinfiltration verhindert — ein in der täglichen klinischen Praxis nicht seltener technischer Fehler.

Self-Etch-Systeme, insbesondere solche mit milderem pH-Wert (zwischen 2,0 und 2,7), lösen die nach der Kavitätenpräparation die Dentintubuli verschließende Schmierschicht nicht vollständig auf, sondern integrieren sie in die Hybridschicht und schaffen eine sogenannte 'modifizierte Schmierschicht'. Dieser Ansatz reduziert das Risiko postoperativer Empfindlichkeit erheblich, einer der am meisten geschätzten klinischen Vorteile der Self-Etch-Technik gegenüber Etch-and-Rinse, insbesondere bei ausgedehnten Restaurationen oder bei Patienten mit Dentinempfindlichkeitsgeschichte.

Die Einführung universeller Adhäsivsysteme hat diese traditionelle Generationenklassifikation teilweise neu definiert und Formulierungen vorgeschlagen, die mit beiden Strategien austauschbar verwendet werden können — selektive Total-Etch auf dem Schmelz kombiniert mit Self-Etch auf dem Dentin, oder vollständig Self-Etch, je nach klinischer Entscheidung im jeweiligen Moment. Ein chemisches Schlüsselelement in vielen dieser modernen Formulierungen ist das 10-MDP-Monomer, das sich chemisch sowohl an die Zahnhartsubstanz als auch an Substrate wie Zirkonoxid und Metalllegierungen binden kann, ein Aspekt, der die klinischen Indikationen universeller Adhäsivsysteme weit über die reine Schmelz-Dentin-Haftung hinaus erheblich erweitert hat.

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