Online verkaufen, ohne einen Shop zu bauen: was es wirklich braucht und was es kostet

Ein Händler, der über den Onlineverkauf nachdenkt, wägt üblicherweise zwei Wege ab: einen eigenen Shop bauen oder auf einen Marktplatz gehen. Verglichen wird über die Anfangskosten, und das ist der am wenigsten entscheidende Teil.

Der eigene Shop hat sichtbare Entwicklungskosten und laufende Kosten, die man erst hinterher entdeckt. Hosting, Zertifikate, Aktualisierungen, Zahlungsanbindung, rechtliche Anpassungen, Wartung.

Dazu kommt der Posten, der am schwersten wiegt und den fast niemand einplant: der Besucherstrom. Eine neue Seite hat keine Besucher, und sie zu gewinnen verlangt fortlaufende Ausgaben für Sichtbarkeit und Werbung.

Die realistische Rechnung lautet nicht, was die Seite kostet, sondern was der erste Kunde kostet, der darauf landet. Für einen gewerblichen Anbieter in einem Spezialsegment ist diese Zahl hoch und sinkt nicht schnell.

Der Marktplatz dreht die Kostenstruktur um. Es gibt keine Anfangsinvestition in Technik, und die Kosten hängen am Umsatz: Man zahlt im Verhältnis zu dem, was hereinkommt.

Auf Oralzon besteht die Struktur aus einer Jahresgebühr von 199 Euro und einer Provision von 7 % auf die Verkäufe. Es gibt keine Einstellgebühren, keine Katalogkosten und nichts, was an der Zahl der eingestellten Produkte hängt.

Das heißt: Ein Katalog mit dreißig und einer mit dreihundert Artikeln kosten im Zugang dasselbe, und ein Monat ohne Verkäufe kostet nur den anteiligen Beitrag.

Der Unterschied zum eigenen Shop ist keine Frage der Weltanschauung, sondern des Risikos. Der Marktplatz verschiebt das Risiko vom Anbieter zur Plattform: Verkaufen Sie nicht, verdient die Plattform nichts.

Was man nicht unterschätzen sollte, ist die Zeit. Einen funktionierenden Shop zu eröffnen dauert Monate zwischen Entwicklung, Katalogpflege, Zahlungstests und rechtlicher Einrichtung.

Ein Geschäft auf einem Marktplatz zu eröffnen verlangt: Firma registrieren, Steuerdaten prüfen lassen, Zahlungen einrichten, Katalog hochladen.

Die beiden Wege schließen sich nicht aus. Viele Händler nutzen den Marktplatz für Märkte, in denen sie kein Netz haben, und die eigene Seite für bereits gewonnene Kunden. Es sind Kanäle mit verschiedenen Aufgaben.

Die nützliche Frage lautet nicht, was besser ist, sondern wo die Kunden sind, die Sie noch nicht kennen. Für einen italienischen Anbieter wird ein Zahnarzt in Belgien oder Portugal nie auf der Firmenseite landen: Er hat keinen Grund, sie zu suchen.

Zusammengefasst: Die Kosten eines Onlineshops sind nicht die Entwicklung, sondern der Besucherstrom, der Marktplatz koppelt die Kosten an den Umsatz statt an die Investition, die Startzeiten unterscheiden sich um Größenordnungen, und die beiden Kanäle bedienen verschiedene Kunden.