Aufhellung wurzelbehandelter Zähne: Walking-Bleach-Technik
Warum sich ein wurzelbehandelter Zahn verdunkelt, wie die Walking-Bleach-Technik funktioniert, und warum die thermokatalytische Technik mit Wärme schrittweise aufgegeben wurde.
Ein wurzelbehandelter Zahn neigt im Laufe der Zeit dazu, sich im Vergleich zu den Nachbarzähnen zu verdunkeln und Farbtöne von grau bis braun anzunehmen. Die häufigste Ursache ist das Vorhandensein von Resten nekrotischen Pulpagewebes oder Blutabbauprodukten in der Pulpakammer, die in die Dentintubuli eindringen und die Lichttransmission durch den Zahn verändern. Vor jeder internen Aufhellungstechnik ist stets zu überprüfen, ob die Wurzelbehandlung angemessen ist: Wenn nicht, muss sie vor einem Eingriff auf die Farbe wiederholt werden.
Die am weitesten verbreitete Technik zur Aufhellung nicht-vitaler Zähne ist das sogenannte Walking Bleach, erstmals in seiner modernen Form Anfang der 1960er Jahre beschrieben: Nach Entfernung der Guttapercha aus der Pulpakammer bis knapp unter die Schmelz-Zement-Grenze (zum Schutz der darunterliegenden Wurzelfüllung) wird ein Aufhellungsmittel — Carbamidperoxid, Wasserstoffperoxid oder eine Mischung aus Natriumperborat und Wasserstoffperoxid — in der Kammer platziert und dann vorübergehend im Zahn versiegelt. Der Patient setzt seine normalen täglichen Aktivitäten fort (daher der Name 'wandernde Aufhellung'), während der Wirkstoff von innen wirkt; das Aufhellungsmittel wird typischerweise alle 3-7 Tage ausgetauscht, und für ein zufriedenstellendes Ergebnis sind im Allgemeinen 2 bis 4 Sitzungen erforderlich.
Eine neuere, von Haywood und DiAngelis 2010 beschriebene Variante ist die geschlossene 'Inside/Outside'-Technik: Nach Versiegelung des Aufhellungsmittels innerhalb der Kavität trägt der Patient nachts zusätzlich eine Einzelzahn-Schiene mit Aufhellungsgel, wodurch die innere und äußere Wirkung kombiniert werden, bis die gewünschte Farbe erreicht ist. In Fällen, in denen Walking Bleach nach einigen Anwendungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefert, kann es mit einer externen (In-Office-)Technik kombiniert oder durch diese ersetzt werden, die direkt auf die Oberfläche des wurzelbehandelten Zahns angewendet wird.
Eine historisch verwendete, heute aber im Allgemeinen nicht mehr empfohlene Technik ist die thermokatalytische, bei der Wasserstoffperoxid durch eine direkte Wärmequelle am Zahn aktiviert wurde. Die Kombination aus Wärme und Aufhellungsmittel innerhalb der Pulpakammer wurde von der modernen klinischen Praxis wegen des Risikos von Komplikationen nach der Aufhellung, insbesondere der externen zervikalen Resorption, schrittweise aufgegeben — eine seltene, aber ernste Komplikation, die die zahnmedizinische Gemeinschaft dazu veranlasste, Techniken bei Raumtemperatur wie das klassische Walking Bleach zu bevorzugen.
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