Air-Polishing in der professionellen Zahnprophylaxe

Wie die Air-Polishing-Technologie funktioniert, warum Pulver der neuen Generation auf Glycin- und Erythritolbasis die klinischen Indikationen bis hin zu Implantaten und parodontalen Taschen erweitert haben, und wann man sie der Ultraschall-Zahnsteinentfernung vorzieht oder mit ihr kombiniert.

Air-Polishing nutzt einen kontrollierten Strahl aus Druckluft, Wasser und sehr feinem Schleifpulver, um bakteriellen Biofilm, oberflächliche Verfärbungen und frisch gebildeten Zahnstein von Zahnoberflächen und subgingivalen Bereichen zu entfernen. Das mechanische Prinzip ist einfach: Die kinetische Energie der durch den Druckluftstrom beschleunigten Pulverpartikel wird beim Aufprall auf die Zahnoberfläche fast vollständig abgebaut, was eine wirksame, aber schonende Reinigungswirkung erzeugt, ergänzt durch einen Wasserstrahl, der gleichzeitig die Rückstände abspült.

Die Pulver der ersten Generation auf Natriumbicarbonatbasis hatten eine relativ hohe Korngröße und ein Abrasionsprofil, das ihre Verwendung auf freiliegendem Dentin, Wurzelzement oder ästhetischen Restaurationsmaterialien abriet und ihren Einsatz de facto auf supragingivale Schmelzoberflächen beschränkte. Die Einführung von Pulvern der neuen Generation — Glycin und Erythritol, mit einer Korngröße zwischen 14 und 25 Mikrometern, deutlich feiner — hat das Bild der klinischen Indikationen wesentlich verändert: Diese Pulver sind auch auf freiliegenden Wurzeloberflächen durch Zahnfleischrückgang, auf Schleimhäuten und auf Implantaten wenig invasiv und eröffnen damit den Weg für das, was heute als Perio-Polishing bezeichnet wird, also die Verwendung von Air-Polishing direkt zur Dekontamination parodontaler Taschen.

Unter den beiden Pulvern der letzten Generation weist Erythritol (Korngröße um 14 Mikrometer) einen zusätzlichen, in der Literatur dokumentierten Vorteil auf: Über die mechanische Wirkung hinaus übt es eine direkte biochemische Wirkung aus, die die Entwicklung des Biofilms und spezifischer kariogener Bakterien wie Streptococcus mutans hemmt, was es de facto zum aktuellen Goldstandard für die Prophylaxe mit dieser Technologie macht. Die feine Korngröße beider Pulver ermöglicht es, sicher auch Zahnfleischfurchen und Taschen bis zu mehreren Millimetern Tiefe zu erreichen — Bereiche, die traditionell nur der Hand- oder Ultraschallinstrumentierung vorbehalten waren.

In der täglichen klinischen Praxis ersetzt Air-Polishing die Ultraschall-Zahnsteinentfernung nicht unbedingt, sondern ergänzt sie: Es kann als abschließende Politur der Oberflächen darauf folgen oder ihr vorausgehen, um Biofilm, Verfärbungen und frisch gebildeten Zahnstein sofort zu entfernen und so die Einsatzzeit des Zahnsteinentferners zu verkürzen — eines Instruments, das ein nicht unerheblicher Teil der Patienten als unangenehm oder angstauslösend empfindet. Bei prothetischen Restaurationen stellt Air-Polishing mit feinen Pulvern insbesondere einen spezifischen Vorteil dar: Handinstrumente können die Oberflächen zerkratzen oder Risse verursachen, während der kontrollierte feine Pulverstrahl den Biofilm vom Rand der Kronen entfernt, ohne deren Randschluss zu beeinträchtigen.

Bei Oralzon finden Sie professionelle Air-Polishing-Systeme und Pulver auf Glycin- und Erythritolbasis, geeignet sowohl für die routinemäßige supragingivale Prophylaxe als auch für das Perio-Polishing in parodontalen Taschen.